Socialmediamacho

Heute morgen gelesen: Da finden sich erfolgsorientierte Damen und Herren auf einer Konferenz zusammen, Hunderte von ihnen. Viele Frauen, einige Männer. Gebannt lauscht man dem inhaltlichen Austausch kompetenter Erfolgsgeschichten. Oder doch nicht? Was spielt sich wirklich ab, auf dieser oder auf anderen Konferenzen? Und was ist eigentlich ein Socialmediamacho? Hier eine kleine Geschichte:

Social Media im professionellen Unternehmenseinsatz

Es geht um Social Media. Wie weit nutzt man das schon, was kann man tun. Jetzt ist der Moment gekommen, an dem man (nein, Mann) sich abgrenzen darf. Weil er kann! Einer von ihnen ergreift das Wort,

lächelt in die Runde, lächelt noch einmal besonders freundlich zum Frauenpodium  hinüber und sagt dann: „Ach ja, Social Media. Das lasse ich mir gerade von meiner 14jährigen Tochter erklären.“ Lächeln bleibt breit, noch kurz „an“, dann aus. Und off. Mann verlässt die Bühne.

Versprecher, Ignoranz, Sendungsbewusstsein, Unwissenheit?

So oder so ähnlich muss es sich zugetragen haben. Ich gestehe, ich war nicht mit dabei, habe es nur heute morgen in einem meiner Lieblingsforen gelesen. Ich weiß auch nicht, was dann passiert ist, und ob diese Worte wirklich aus dem Munde eines grinsenden Mannes gekommen sind.  Ob der Mann in bester socialmediamacho-Manier tatsächlich diese Chance brauchte, nutzte, um sich darzustellen. Habe es gelesen und gestutzt. Gelacht. Nochmal gelesen und vor meinem inneren Auge gesehen. Mir die Frage erlaubt, ob denn eine 14jährige tatsächlich Social Media „kann“, nur weil unter 14jährigen Facebook bestimmt verbreitet ist. Das war die erste Frage. Noch gewichtiger erscheint mir die Vorstellung, mit welcher Haltung, und zwar geistiger, hier darüber gespaßt wird, dass Social Media

a) nichts Ernst zu nehmendes sei und damit die Einstellung aller anwesenden und nicht anwesenden Social Media Profis und AnwenderInnen ad absurdum führt

b) von diesem Herrn kokettierend genutzt wird, dass er sich als Mann etwas von seiner Tochter beibringen ließe…

c) als Anlass genommen wird, den Damen klar zu machen, dass man das wirklich Wichtige schon längst wisse…

Wertschätzende Kommunikation Und Social MEdia

Kein Grund sich aufzuregen. Ich möchte das auch nicht über-interpretieren… Bemerkungen sagen ja etwas über den Sender, und er hat es sicherlich gut gemeint 🙂 Jedenfalls, wenn er erreichen wollte, dass diese Bemerkung einen lockeren Lacher produzieren möge, hat er ähnliches erreicht. Bei mir jedenfalls. Ich schwankte bloß anfangs ein wenig zwischen Lachen und Ungläubigkeit. Wer mich kennt: Ich entscheide mich aus Überzeugung dafür, den Dingen einen Lacher abzugewinnen. Und ich denke, Hey! Ich kann mir auch Gedanken über wertschätzenden Umgang und die Bedeutung meiner Kommunikation  machen. Bevor ich rede:)

Die Bemerkung auf einer Konferenz unter Businessmenschen ist vielleicht nicht wertschätzend angekommen, aber immerhin amüsant. Zumal „dieses Social Media“ längst adoleszent verwendet wird: Social Media ist für sehr viele eine gelebte Erweiterung der Möglichkeiten zur persönlichen UND marketingunterstützenden Kommunikation. Eine zukunftsfähige Variante für Zuhören, Kundenorientierung, Servicegestaltung, Produktentwicklung, Recruiting und Bewerbung um gute Fachkräfte, usergenerated Content und mehr. In Verbindung mit Online Marketing eine großartige Option, sich aus dem einkanaligen, eingefahren, unflexiblen „Wir tun einfach was wir immer schon getan haben“ herauszubewegen. Und noch einiges mehr… Deshalb landet diese Morgengeschichte hier unter Stilblüten…

Der Socialmediamacho und Gleichberechtigung in Vorständen

Dazu gab es noch ein Zitat aus der oben genannten Runde: „Gleichberechtigung ist erst dann erreicht, wenn die erste inkompetente Frau in den Vorständen gesichtet wird. (Genug Männer sind ja schon da.)“ Etwas böse, aber deshalb unwahrer?? lass ich mal so stehen – mit einem Lachen. Außerdem fiel noch das Stichwort socialmediamacho. Ooops, das kam ja von mir;) Der Zusammenhang ging aber über das oben genannte hinaus… dazu vielleicht später mal.

Ergänzend fällt mir zu der Behauptung, Social Media sei den Jungen, den Digital Natives, den Kindern und Jugendlichen überlassen, ein, dass ich schon angehende Marketing-Fachwirte/Innen gehört habe, die die gesamte Onlinewelt lediglich als Spielplatz ihrer PRIVATEN persönlichen Eitelkeiten verstehen – von Verständnis über einen professionellen Einsatz keine Spur… Dies nur um unternehmerischen Einsatz von Social Media von den „Digital Natives“ mal von dieser Seite zu beleuchten 🙂

 

 

 

 

4 Gedanken zu „Socialmediamacho

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